Januar 17, 2010 Liebes
Hannele
Ich spuere, dass es noch zu frueh ist fuer die Kommunikation zwischen
uns.
Zuerst Dein 2 monatiges Schweigen (naemlich noch 2 Monate laenger
als Du im September angesagt hattest),
wegen schlimmer Ereignisse in Deinem Leben,
dann wieder 1 Monat Schweigen wegen freudiger Ereignisse.
Schlimmes wie Freudiges erklaert ein solches Schweigen nicht.
Was dahinter steckt, geht aus dem Abschnitt Deines Deines Briefes
hervor,
der mit den sanften Worten beginnt: "Es geht mir seltsam mit
Dir..."
Es ist zu schwer fuer Dich "einfach von der Leber
weg" zu antworten,
oder - da das ohnehin mit Rachel unmoeglich ist -
aus der einzig "haltbaren" Motivation zu schreiben,
dass Du spuerst, dass ich Dir ein Resonanzboden fuer das sein kann,
was Du in Dir selber nur ahnungsweise weisst oder ausdruecken kannst.
Natuerlich sind Deine aeussere und meine aeussere Welt
einander fremd.
Aber grade die innere ist es nicht.
Was Du auch diesmal wieder benennst:
"wenn man in seinem Selbstwertgefühl zerstört worden
ist"
ist doch genau meine Erfahrung.
Aber was ich gelernt habe und heute in jedem Atemzug weiss,
ist, dass ich kein Opfer war, bin, sein werde,
und dass auch Du kein Opfer Deines Vaters usw. bist.
Wir sind die Schoepfer unsres Dramas,
und ich jedenfalls weiss genau,
warum ich mir die Umstaende meiner Kindheit so inszeniert habe.
Und alle andern Umstaende auch.
Aber wenn da noch so unendlich grosser Schmerz bei Dir
ist,
und wenn Du auch Dein Leben mit dem was Du "NICHT ERREICHT HAST"
als Opfer erlebst,
und wenn Du, anstatt stolz zu sein, dass Du Dich aus den Bruchstuecken
geheilt hast,
und dass dies eine Lebensaufgabe IST , und dass Du sie fuer die ganze
Menschheit getan hast,
dann ist es unmoeglich, dass ich Dir durch e-mails, auch wenn sie
haeufig gesandt wuerden,
ein Resonanzboden sein kann.
Im Gegenteil Du wirst "getriggert" in all dem was nicht,
noch nicht heil ist in Dir,
("a trigger is attracted to point out a hole in my wholeness
that now wants to heal")
und das ist das Letzte, was Du von MIR brauchst und das Letzte, wozu
ich mich hergebe.
Ich schlage Dir vor, mal erst kennenzulernen, wer ich
bin,
und dann zu spueren, ob ich jemand fuer DICH bin, ob und wann und
wie!
Du bist nicht die Einzige, der es "seltsam" mit mir "geht".
Auch mein Hauptbuch, von dem ich kindlich naiv geglaubt habe,
dass es die Welt veraendern wuerde (und das noch Anfang der 80er Jahre!!!),
ist bei niemand angekommen, weder die deutsche noch die hebraeische
Ausgabe,
ausser bei einem Theologen, der mich dann als Gastdozentin fuer ein
Semester (1986-87) nach Berlin eingeladen hat.
Ich nenne grade dieses "Geschriebene" von den abertausend
Briefen und Dokumenten,
[die meisten haben mit meinen Versuchen, meine Visionen zu realisieren,
die in den siebziger Jahren: "Conditions for Partnership between
Arabs and Jews"
und die zwischen 1988 und 2006: "Peace through Desert Hosting
Economy"]
die ich in meinem langen Leben "verfasst", naemlich meist
wie ein Bildhauer "skulptiert" habe,
weil es jenes Buch : "Solidaritaet mit den Leidenden im Judentum"
eben auch auf Deutsch gibt (auch auf meiner website).
Was ich dann schliesslich - durch immer neue Etappen - kapiert habe,
ist
dass es mit der direkten Kommunikation zwischen den Menschen und mir
noch immer zu schwierig ist.
Daher habe ich 2001 mit einer website begonnen,
hoffend dass ich dadurch die Menschen finde, die auf meine Wellenlaenge
sind.
Auch das hat sich wieder als kindliche Naivitaet herausgestellt.
So arbeite ich also "allein", "all-eins" - taeglich,
durchschnittlich 7 Stunden pro Tag
und nenne dies "mein Heilen, mein Lernen, mein Schaffen und mein
Lieben".
Es ist nicht MEINE Sache, ob und wie es einem andern Menschen nuetzlich
ist.
In einem Rilkegedicht (das ich auch vertont habe -
Liedermachen ist auch etwas was zum meinem Heilen, Lernen, Schaffen,
Lieben gehoert)
heisst es:
"Nicht ist mir zu klein und ich lieb es trotzdem
und mal es auf Goldgrund und gross
und halte es hoch und ich weiss nicht wem
loest es die Seele los".
Ich kann Dir also nur vorschlagen,
dass Du dem jetzigen, sehr komprimierten Faden meines Schaffens, Lernens
und Heilens folgst.
http://www.empower.co.il/healingkiss/edited%20godchannel%20documents/bodyclass.html
Da ist nichts verborgen, was mich selber angeht, was mit mir und in
mir selber geschieht.
Ich bin nackt und so kannst Du Dich selber pruefen, ob und wann ich
richtig fuer Dich bin,
nur im Beobachten !!!! nicht durch Interaktion oder dem Versuch der
Kommunikation.
Und wenn Du Dich stark und ebenbuertig fuehlst zur Interaktion ,
dann koennen wir es wieder miteinander versuchen.
Ich bitte Dich auch, meine Einladung fuer jetzt zu vergessen.
Die einzige Interaktion, die mir jetzt "erlaubt" ist, ist
die beim Trampen:
Da kann ich manchmal in 10 Minuten einen Lastwagenfahrer aus seinem
Opfertum herausholen
und die Flamme des "Ich bin der Meister meines Schicksals"
anzuenden.
Aber wehe, wenn er sich danach mit mir, der Person, auseinandersetzen
muesste!
Die beiden einzigen Menschen, bei denen ich nicht Angst haben muss
sie zu triggern,
sind meine Freundin Janina (72 und seit 44 Jahren mit mir befreundet)
und mein Freund Yaacov (52, polio-gelaehmt im Rollstuhl und mir mir
seit 1984 befreundet).
Und selbst diese beiden muessen manchmal eine Pause von Monaten oder
Jahren machen.
Ich habe diesen Brief liegen lassen,
aber nun kam gestern der Brief von Deiner Schwester,
aus dem ich eine aehnliche Schwierigkeit des Kommunizierens erahne
(was fuer ein Deutsch... aber das zeigt Dir, wie unsicher ich mich
fuehle).
Ich werde ihr diesen Brief beilegen,
und Dir den Brief an sie.
So habt Ihr doch wenigstens ein-ander, um Euch damit aus-einanderzu
setzen,
oder eine Entscheidung zu treffen
zwischen "es mit der Rachel aufnehmen" oder es lieber gleich
sein lassen,
Wie ich laechle ueber diese Alternative, faellt mir
eine Geschichte ein:
Als ich in Jerusalem studierte (Stipendium von Deutschland, 1960-61),
schrieb ich eine Arbeit ueber Josefs Brueder.
Ausnahmsweise war mal ein Lehrer begeistert von meiner Arbeit und
sagte:
Wenn Sie nach Deutschland zurueckkehren, zeigen Sie diese Arbeit Gerhard
von Radt,
der ist doch Euer bester Alttestamentler, der muesste sich freuen!"
Dieser Mann wusste gar nicht, dass ich vorhatte, in Heidelberg weiterzustudieren,
wo eben dieser von Radt Professor war.
Der erste Teil meiner Exegese war in - noch schlechtem - Hebraeisch
geschrieben.
So uebersetzte ich den ins Deutsche und ueberreichte dann die Arbeit
dem von Radt.
Als ich wiederkam, war er schrecklich geniert und hatte absolut nichts
zu sagen,
ausser einigem Negativen.
Nach Jahren kam es zu einer Korrespondenz mit Eugen
Rosenstock,
dem Christgewordenen Juden, der meinem beruehmten Schwiegervater,
Franz Rosenzweig, am ebenbuertigsten war und sein bester Freund.
Rosenzweig war schon 1929 gestorben, Rosenstock musste vor den Nazis
fliehen nach USA.
In seinem Brief erzaehlte er: "Ich war fuer ein Jahr in Heidelberg
und von Radt's Nachbar.
Eines Tages kam er zu mir und zeigte mir Ihre Arbeit und fragte ganz
bekuemmert:
"Was soll ich nur damit anfangen?"
"Da sagte ich ihm", schrieb Rosenstock, "fangen Sie
gar nichts damit an, hoeren Sie sofort auf damit!"
Nach zweimaligen Briefwechsel schickte mich dieser Rosenstock uebrigens
auch zum Teufel.
So jetzt hast Du vielleicht ein bisschen mehr Ahnung,
mit wem Du es zu tun hast
und ueberlegst Dir, ob Du Dir weiter die Seele verbrennen moechtest.
Von mir aus gesehen bist Du geliebt und wirst es immer
sein.
Christa-Rachel
2010/01/16 Liebe Rachel,
mehr als ein Monat ist seit deinem Brief vergangen; in der Zwischenzeit
gab es viel Besuch, vor allem war Florian, mein einziger "eigener"
Sohn für eine Woche hier - das ist etwas ganz kostbares für
mich, weil es sehr selten ist .Zum Glück kann er sich gut verwöhnen
lassen,er kann es brauchen und mir/uns macht es Freude.
Es geht mir seltsam mit dir: einerseits bist du mir trotz der 50 Jahre
ohne Kommunikation zwischen uns vertraut, andererseits kann ich dich
gar nicht "fassen" mit meinem Gefühl.Wir sind wohl
so ganz unterschiedlich strukturiert - ich weiß nicht, wie es
dir damit umgekehrt geht.Mein Leben habe ich damit zugebracht, die
Bruchstücke des zerstörten Kindes , das ich war, zusammen
zu suchen; die Bücher und die selber geschriebenen Worte waren
meine Rettung; wenn ich sterbe, werde ich es vielleicht geschsfft
haben. Das , was ich daneben in der vordergründig "realen"
Welt geschaffen habe, betrachten andere durchaus als wichtig, das
eine oder andere aus meinem Berufsleben wirkt auch fort, ja, und die
beiden Scheidungskinder meines Mannes hätten es mit einer andren
"Stiefmutter" vielleicht auch noch schwerer gehabt; aber
das eigentliche : meinen Gaben gemäß zu leben, sei es als
Psychotherapeutin, sei es als Dozentin für Germanistik oder Philosophie,oder
auch noch anderes, das habe ich nicht erreicht. Ich könnte ein
zweites Leben gut gebrauchen, in dem ich meine Energie nicht dazu
verbrauche, mich selber aufzubauen. Ich sehe das an Florian: wie man
sein kann, wenn man nicht in seinem Selbstwertgefühl zerstört
worden ist.Ist dir das alles sehr fremd, was ich da schreibe? Was
ich spüre aus deinen Briefen, das ist ein fremder Horizont, ein
ganz anderes Leben und das macht mich neugierig (endlich ist die Neugier
keine "Sünde" mehr, sondern etwas Wunderschönes)
Ich habe mich vom Christentum schon vor langer Zeit abgewandt; mit
17 war es mir zum ersten Mal unmöglich, am Abendmahl teil zu
nehmen und wenn ich auch erst vor meinem 50.Geburtstag aus der Kirche
ausgetreten bin, so war sie doch schon die Jahrzehnte vorher nichts
mehr, was mich getragen hat. Das war und ist bis heute eine große
Befreiung.Weihnachten ist insofern Sonnenwende, die dunklen Nächte
sind Einkehr bevor das Licht wiederkommt - und es ist ein Anlaß,
zur Pflege von Kommunikation; aber eine christlich-religiöse
Bedeutung hat es für mich nicht.
Ich danke dir für deine Einladung; es wäre schön, dich
zu sehen, zu erfahren; es gibt aber für das allein Sein immer
die Hürde, daß Bernhard, mein Mann, viel Nähe braucht,
mich ungern ziehen läßt, obwohl ich ja immer auch gern
zu ihm zurück komme. Irgendwie scheinen Männer Probleme
damit zu haben, daß Frauen ihren Zeit -Raum brauchen und dies
Bedürfnis eigentlich nicht rechtfertigen wollen.
Liebe Rachel,
es ist auf jeden Fall schön, dich wiederentdeckt zu haben, laß
uns schauen, was daraus gestaltbar ist,
ich grüße dich,
Hannele
December 14, 2009 Liebes Hannele,
das muss ziemlich furchtbar gewesen sein, was da alles ueber Dich
hereinbrach.
Ich ueberlege, ob ich Dich bitten soll, mir mehr mitzuteilen,
nicht so sehr ueber das Auessere , als ueber die Art und Weise,
wie Du die Leiden "bewegt" ("emotions have to be moved
physically") und integriert hast.
Aber vielleicht ist es doch besser, wir konzentrieren uns auf das
was Du JETZT in Deinem Leben WILLST!
Uebrigens, wenn Du mal allein sein willst, dann bist
Du bei mir in Arad - 2 Minuten von der Wueste - eingeladen.
Ich bin ja oft nicht da - naemlich immer, falls ich das noch nicht
schrieb -
wenn Immanuel auf weiten Fluegen ist
und ich mit seiner zweiten Frau Efrat und ihrer gemeinsamen Tochter
Mika (wird 4 in ein paar Tagen) bin, einfach bin.
Ich habe sowohl in Arad ( nahe dem Toten Meer) als in Shoham ( in
der Naehe des Flugplatzes) einen Computer und Internet,
sodass sich an dem Teil meiner Arbeit, den ich Heilen-Lernen-Schaffen
nenne, nichts aendert,
wenn ich von hier nach da (etwa 3 Std. entweder Zug und Bus oder Trampen)
wandere und umgekehrt.
Also (da Du mich so lieb zu DIR eingeladen hast),
"wenn der Berg nicht zu Mohammed kommt, dann muss eben Mohammed
zum Berg kommen!"
Deine Fragen:
Du koenntest ja ganz viel ueber mich - in Vergangenheit und Gegenwart
- aus meiner website erfahren,
aber vielleicht liegt Dir das vom Computer-Lesen nicht und vielleicht
ist Dir auch das Englische beschwerlich.
Und sicher sind Deine Zeit Preferenzen andre.
Also nur einige Antworten auf das, was Du ganz konkret
fragst:
Ich habe 3 Kinder (Immanuel 1963, Ronnit 1965, Micha 1966) und zehn
Enkelkinder.
Immanuel hat 3 Kinder aus der ersten Ehe,
die von mir aus und von der physischen, nicht metaphysischen Ebene
her
nie haette geschlossen werden sollen.
Aber was wissen wir, warum sich ein andrer Mensch, auch der naechste,
sein Drama so oder so inszeniert und sich Mit-Akteure ins Leben zieht,
von denen er hoechstens durch den Kontrast lernen kann, was er wirklich
WILL.
Dass man im Ausland Israel so punktuell sieht,
das verdirbt mir die Lust, irgendetwas von Nicht-Israelis ueber uns
zu hoeren.
Wenn ich da gestern mit Mika im Singspiel "Der Kleine Prinz"
all die Opas und Omas mit den unzaehligen Kindern sehe
(es ist die Chanukka Woche und da muessen die Schauspieler und Taenzer
5 mal am Tag eine Vorstellung geben!) ,
da vergesse ich doch ganz die Tatsache, dass Israel (und die Palaestinenser
ihrerseits natuerlich auch)
einfach nicht kapiert, dass es kein Opfer ist, sondern in der Hand
hat, wie es fuer sein Eigeninteresse arbeiten muss.
Ich habe mir dafuer 30 Jahre lang "meine Seele ausgeschuettet",
wie es auf Hebraeisch heisst,
ich weiss seit 1974 genau, was eigentlich geschehen muesste.
Ich weiss die Antwort auf Deine naive Frage, warum Frieden so schwer
ist,
da doch Leben eigentlich nur .... sei.
Es hat alles (a) mit dem Selbstwertgefuehl zu tun (s. Brief an Baerbel)
und (b) der "Freude" daran sich als Opfer zu fuehlen,
sich zum Opfer zu machen und sogar - wehe Eurem Gekreuzigten - sich
als Opfer darzubieten.
Wenn ich das so schreibe, moechte ich einfach sterben vor Schmerz,
dass die Evolution so Jahrmillionen hinter meinem Verstehen herzuhinken
scheint.
Aber Sterben hat ja keinen Zweck, da es unmoeglich ist, nicht zu existieren.
Wiederum, meine ganze sogenannte "Friedensarbeit"
(ich kann das Wort nicht hoeren!)
ist auf meiner website zumindest in gewissen Aspekten dokumentiert.
Nein, die Adventszeit ist nicht relevant fuer uns.
Ausgerechnet am 24. Dec. feiern wir Arnon's Bar-Mitzva
(so was wie Eure Konfirmation, aber mit 13 bei einem Jungen und 12
bei einem Maedchen).
Arnon (der Hauptfluss, der von der jordanischen Seite ins Tote Meer
fliesst)
ist der Sohn von Micha, meinem Juengsten.
Natuerlich kannst du Georg meine Adresse geben.
Baerbels e-mail kam seinerzeit nicht an.
Auf Deine Information hin schrieb ich nur eine Zeile als Test.
Sie bestaetigte die Adresse und versprach nach Weihnachten zu schreiben.
Ich wollte eigentlich nur diese Antwort bestaetigen,
aber Du siehst, wozu ich mich habe hinreissen lassen:
zu einem "Aufarbeiten der Vergangenheit!"
Und angesichts des Vulkanausbruchs in meinem Brief an sie,
bitte ich Dich, ihr zu helfen, den Brief mit Humor und leicht zu nehmen.
Wenn sie mir daraufhin ueberhaupt schreiben will,
braucht sie mit keinem Wort auf den Inhalt einzugehen.
Was ist nun fuer DICH Weihnachten? Christa-Rachel
2009/12/7 Liebe Rachel,
da bin ich wieder, nach drei Monaten und viel Erlebtem. Oft schon
wollte ich wieder in unseren mail-Wechsel eintreten, aber...
Nach der Kanadareise war ich nicht so gut drauf, dann war ich im Oktober
eine Woche in Berlin, eine meiner kleinen Fluchten: dort wohnt Florian,
mein Sohn, der aber zur Zeit die Woche über nicht in Berlin ist,
so daß ich da mal allein sein kann.Und dann hat sich Ende Oktober
die jüngste meiner Schwägerinnen, Uta, Bernhards Schwester,
das Leben genommen, was zunächst alles durcheinander gewirbelt
hat. Sie war zwar sehr krank; daß sie nicht mehr leben wollte,
ist sehr nachvollziehbar, aber dann war es doch, auch in dem "Wie",
ein Schock.Jetzt allmählich fühle ich mich wieder dem Leben
halbwegs gewachsen und ... schreibe dir.
Ich würde sehr gern ein bißchen über dein Leben erfahren,
nicht nur ein bißchen! Ist Immanuel dein einziges Kind geblieben?
Bist du verheiratet bzw. lebst du in einer Zweierbeziehung oder allein?
Dauerhaft nah bei deinen Enkeln ,deinem Sohn, deiner Schwiegertochter?
("Tochter in Liebe "fand ich so schön).
Israel ist so weit weg - der Siedlungsbau ist aus unserer Perspektive
so kontraproduktiv, so schlimm, auch die Mauer - ich weiß natürlich
nicht, wie du dazu stehst. Ich war noch nie dort, nur Florian war
vor 2 Jahren etwa zu einer Konferenz da und absolut begeistert von
Jerusalem und dem Felsendom im Morgenlicht.Daß Frieden so schwer
ist, ich kann es immer weniger verstehen. Eigentlich geht es doch
nur um das bißchen einfaches Leben; sich als lebendig zu erfahren,
zu essen, zu trinken, zu wohnen zu haben, im Gespräch sein zu
können und allein sein zu können.
Bärbel hat mir ein wenig traurig gemailt, sie hätte dir
gemailt, aber keine Antwort bekommen - ich schreibe dir das nur, weil
ja manchmal auch etwas im space verschwindet.
Georg hat mich um deine Postadresse gebeten, ist o.k., wenn ich sie
ihm gebe? Er möchte dir auf einen Brief von vor 45 Jahren (?)
antworten.
Ist die Adventszeit der Christen (der man sich hier kaum entziehen
kann) auch in deinem Lebensumfeld irgendwie von Bedeutung?
Ich freu mich, wenn ich vonh dir höre,
deine Hanne
----- Original Message ----- From: Christa Rachel Bat-Adam To: Hanne
,Sent: Saturday, August 22, 2009 5:31 PM
Subject: Re: Antwort auf zwei vorige Briefe von Dir
Ich sage nicht gleich Nein, Du Liebe,
aber es koennte ja auch sein, dass Du zu mir kommst?
Beides ist jetzt nicht relevant.
Meine Adresse: Christa-Rachel Bat-Adam, Khaelmonit St.15,
c/o Ofir Cohen, Arad , Israel
(Postleitzahl weiss ich nicht mehr ! wann braucht man schon seine
Postadresse, Es kommt aber an!)
Ueber mein Leben erzaehle ich, wenn Du zurueckkommst
und wir etwas Kontinuitaet in unseren Kenenlern-Briefwechsel einbringen
koennen.
Ich frage deshalb auch nicht, was denn "heftig"
war.
Moegest Du jedes Erlebnis und jedes Gefuehl bis in die
Tiefe hinein auskosten!Rachel
2009/8/22 Hanne
Liebe Rachel,
jetzt überkreuzt sich nichts, danke für deinen Brief, ich
möchte gern mehr über dein Leben wissen, auch Äußeres,
z.B. wäre es pfiffig, deine Postadresse zu erfahren, ich kann
nämlich mit meinem Uraltgerät und meinen sehr überschaubaren
technischen Fähigkeiten nicht scannen.
Das wird kein langer Brief, es war in den letzten Tagen alles ein
bißchen heftig und jetzt liegen wir mit dem Packen in den letzten
Zügen, morgen geht ´s nach Köln, wo wir bei Bernhards
älterem Sohn übernachten, am Montag up,up and away.....In
4 Wochen wollen wir wieder zuhause sein, mit vielen Bildern, hoffentlich,
im Kopf für die Seele.
Beim Verabschiedungstelefonat mit Georg hab ich ihm von dir erzählt,
er war ganz begeitert und hat mich um deine Adresse gebeten, weil
er keinen PC hat.Ich wußte nicht, daß er mal in dich verliebt
war, jedenfalls hat er sich sehr gefreut, von dir zu hören.
Laß uns mal ein bißchen spinnen: vielleicht kannst du
ja mal zu uns kommen - wir wohnen in einem schönen großen
Haus, wir könnten einiges mit dir unternehmen, auch im nahen
Frankreich, und vor allem könnten wir uns nochmal kennenlernen
- sag nicht gleich nein, nimm es einfach als Einladung.
Ich grüße dich und hab eine gute Zeit, bis bald, Hannele
Liebes Hannele,
ob wir mal das Sich-Ueberkreuzen unsrer Briefe auf die Reihe kriegen?
Jedenfalls beeile ich mich jetzt, noch auf die vorigen Briefe einzugehen:
Die neue Identitaet aus zwei Kulturen -
darueber kann ich wirklich nicht so einfach schreiben.
Es geht mir aber viel mehr um das Integrieren der beiden Zugehoerigkeiten
- zum Volk der Opferer und zum Volk der Opfer,
eine Integritaet, die ich erst 1997 in meinem Namen ausdruecken konnte:
ich ging zum Innenministerium und verlangte,
vor den Namen Rachel den alten Namen Christa zu setzen.
Nein, nach Deutschland komme ich wohl nicht.
Das letzte Mal war ich dort November 2004
zur Beerdigung meiner Schwester Ursel (geb.1939, ich: 1938),
.
Nun habe ich keine Verwandten ersten Grades mehr in Deutschland
(Vater gefallen 1943, Bruder durch Autounfall umgekommen 1970,
Mutter in meinen Armen in Israel gestorben nach 17 Jahren Alzheimer),
und selbst die Einzige von meinen 6 Neffen und Nichten,
mit der mich eine aehnliche Wellenlaenge verbindet,
kann die Beziehung nicht aufrechterhalten.
Alle Neffen und Nichten haben selber Kinder,
die wohl kaum noch von meiner Existenz wissen.
Die Welten sind zu weit voneinander.
Umso ueberraschender ist es,
dass Deine und meine Welt - nach genau 50 Jahren - sich irgendwo,
irgendwie beruehren...
Danke, dass Du mir ueber Baerbel und Georg erzaehlt hast.
Danke auch fuer Baerbel's e-mail Addresse.
Es ist aber mein "Prinzip", das mir auch fast taeglich immer
wieder neu eingehaemmert wird,
dass ich nichts "initiieren" sondern nur "verfuegbar"
sein soll.(ein Wortspiel auf hebraeisch) .
Wie schoen, dass Ihr beiden Schwestern Euch so nahe seid.
Die ferne zwischen mir und der meinen war nicht nur geographisch.
Nur die paar Male, die sie mich in Israel besuchte, waren
wie ich es mir immer gewuenscht hatte.
Georg - weisst Du, dass er mal in mich verliebt war?
Ich erinnere mich, wie er mir morgens um sechs oder so
Erdbeeren ans Fenster meines im Erdgeschoss gelegenen Studentenzimmers
brachte...
Mein eigene Bruder kam mir immer naeher,
aber das ist zuviel fuer diesen Brief.
Es ist auch nicht wichtig.
Was mir wichtig zu sein scheint fuer unseren Briefwechsel,
ist die Beziehung zu Deinem Vater
und wie Du Dich bis heute von ihm bestimmt fuehlst.
Warum denkst Du, dass es bezueglich Selbstbewusstsein bei mir anders
war?
Noch zu Deinem Brief vom 7.August:
Deine Luna Sopie ist ja grade mal ein Jahr aelter als meine Mika (Dez.
20, 2005).
Dass Ihr ihr Vertrauen gewonnen habt - im Mai - bedeutet aber noch
nichts fuer spaeter.
Das Anziehen und Zurueckstossen der Enkelkinder, und nicht nur in
diesem Alter,
ist etwas, durch das man viel lernen kann - das Loslassen jeglichen
Egos....
Grossmutterschaft ist etwas, wofuer mich niemand vorbereitet hat....
Dabei stimmen alle Altern ueberein, dass ich die "ultimative"
Grossmutter bin.
Sei gegruesst! Und schick mal ein paar Bilder.
Mich kannst Du schliesslich haufenweise auf meiner website sehen.
Rachel
Liebes Hannele,
das freut mich riesig, dass Du mir dieses feedback nach so langer
Zeit gibst.
Erst vorgestern las ich folgende Geschichte ueber meinen spaeteren
Mann
Es war 1962, als er waehrend seines Aufenthaltes in Deutschland erzaehlte,
er habe einst im London National Museum ein Stueck Manuskript mit
Hebraeischer Schrift gesehen,
und entdeckt, dass die Uebersetzung falsch war.
Er uebergab seine eigene Uebersetzung dem Museum und seitdem sei dieselbe
dort ausgestellt.
Ich fragte: "Steht dein Name darunter?" "Nein".
"Warum denn nicht?"
"Denn damals hatte ich noch kein Maedchen, das mir sagte, dass
ich etwas wert sei."
Daran siehst Du, dass das seit eh und je mein groesstes Anliegen war,
dass - wie ich es heute nenne - die Menschen sich selber annehmen,
achten und lieben
und das beinhaltet auch, sich "wert" fuehlen.
Es ist das Wichtigste ueberhaupt,
wie schon die Kain Geschichte in der Bibel symbolisiert:
Kain toetete seinen Bruder ja nicht, weil er etwas haben wollte,
weder Land, noch Geld, noch eine Frau,
Er wollte etwas geben, ja von den Fruechten seiner Arbeit.
Aber da war niemand, der es nehmen wollte.
Und das ist natuerlich die Erfahrung eines jeden Menschen seit eh
und je.
1982 oder so hoerte ich einen Vortrag des damaligen Praesidenten
Israels, Yitzchak Navon.
Er sprach von dem grossen Problem zwischen aschkenasischen und sephardischen
Juden.
"Als die Juden aus den arabischen Laendern in den jungen Staat
Israel kamen,
hatten viele den Traum, wirklich etwas zum Aufbau des Staates beizusteuern.
Stattdessen wurden sie in Uebergangslager gesteckt, wo sie ernaehrt
wurden,
bis eine armselige Wohnung fuer sie gefunden wurde.
Dass sie etwas GEBEN , nicht etwas nehmen wollten, das interessierte
niemand.
Im Lauf der Zeit gaben sie ihren Gebe-Wunsch auf und gingen zum Nehmen
ueber:
sie gingen auf die Strasse und schrien: "Brot und Arbeit".
Ausser Navon habe ich niemals jemanden die Kains-Geschichte so auslegen
gehoert.
Das Tragische in meinem Leben, Hannele, war aber,
dass oft mein eigenes blosses Dasein anderen das Gefuehl gab,
nichts wert zu sein.
Deswegen habe ich mich von Rafael nach 16 Jahren Ehe getrennt.
Denn obwohl er 16 Jahre aelter war als ich und viel intelligenter
und gebildeter,
bekam er mehr und mehr das Gefuehl , nichts wert zu sein in meiner
Praesenz.
Natuerlich konnten wir darueber nicht sprechen, ausser ein einziges
Mal,
das war 1965, als er mich draengte, den Doktor zu machen,
weil ich ja keinerlei Beruf hatte
(mein Theol.Studium wurde in Deutschland nicht anerkannt,
nicht in Heidelberg, weil ich waehrend der Pruefung - Januar 1963
- ein uneheliches Kind,
von einem verheirateten Mann (Rafael), und einem Juden (oh weh!!!!)
gebar,
und nicht in Tuebingen, wo ich es im Febr. 1964 noch einmal versuchte,
und man wusste, dass ich in kurzem Juedin werden und nach Israel gehen
wuerde).
Ich sagte zu Rafael:
"Aber wie wirst du dich fuehlen, wenn ich den Dr. Titel haben
werde,
waehrend du mit deinem Korrespondenz-Kurs in Oekonomie gescheitert
bist."
"Dann werden wir darueber reden."
Natuerlich konnten wir nicht darueber reden,
nicht 1973, als ich endlich den lumpigen , wertlosen Titel bekam,
und nicht als die Schwierigkeiten wirklich begannen,
naemlich als ich anfing, "Dinge in der Welt" zu tun
und trotz aller Schlaege und allen Scheiterns nie aufgab.
im Sept. 1980 kam eine Amerikanerin zu mir,
die an meiner "Partnership" (Juden-Araber) interessiert
war.
Da sie sehr reich und also honorabel war,
wollte Rafael bei dem Gespraech dabei sein.
Als er nach etwa einer Stunde aufs Klo ging,
sagte die Frau zu mir:
'Rachel, this man is suffering terribly!
He feels invalidated by your very presence!"
Ich wusste das natuerlich,
aber es so von aussen zu hoeren,
das hat mir klar und entsetzlich schmerzhaft gezeigt,
dass es nichts ist mit "die Liebe ueberwindet alles".
Se ueberwindet eben NICHT den Kain-Komplex!
und vorgestern sah ich einen kleinen Teil in einem deutschen Dokumentarfilm
ueber einen Priester, der in Rumaenien Strassenkinder aufsammelt.
das erste Bild, das ich sah, war ein Junge in der Dusche,
der neue Kleider anzog.
Der Priester sagte:
"In der Sozialarbeit ist Schoenheit das Wichtigste!
dann haben die Kinder das Gefuehl etwas wert zu sein.
Schoenheit ist wichtiger als gefuettert zu werden."
Ich erinnere mich sehr wohl an Dich,
aber gar nicht daran, dass Du es noetig hattest,
dass ich Dir - wie man das inzwischen bei Euch nennt -
dein "Selbstwertgefuehl" staerke.
(Damals reichte das allgemeine Bewusstsein hoechstens so weit,
'Minderwertigkeitskomplexe' zu erkennen).
Dein feedback nach genau 50 Jahren ist wie ein bisschen Balsam
auf eine immer schwelende Wunde.
Dank Dir also.
Durch dieses Thema hindurch hast Du nun auch ein bisschen ueber mein
Leben gehoert,
und ansonsten steht Dir ja meine website offen.
Nun kommt es aber auch mir zu,
etwas von Dir, ueber Dich und Dein Leben zu hoeren,
und bitte auch ueber Barbara und Georg!
2009/8/6 Hanne
Liebe Christa,
ich habe mich so gefreut, tatsächlich eine Antwort (und eine
so lange und liebe) von dir bekommen zu haben!! Ich habe auch schon
vor ein paar Tagen geantwortet und dann aus Versehen den Brief in
der Unendlichkeit des Netzes verloren. Also fange ich von vorne an
und es wird eine ganz andere mail werden, als die erste.
Wie ist es mit dieser Anrede? Was ist deine Identität? Ich finde
es so spannend, stelle mir vor, daß du zwischen zwei Kulturen
lebst, villeicht aber ohne Aufspaltung , statt dessen mit einer ganz
neuen Identität, in der beide Kulturen aufgehoben sind?
Das ist wohl nicht gerade ein mailgeeignetes Thema -- bist du denn
mal in nächster Zeit in Deutschland?
Ich habe die Geschichte von Kain und Abel gleich nachgelesen und war
war ganz verblüfft über die Interpretation: wie ist es möglich,
daß auf dem Hintergrund des Wortlautes Kain als der Böse
durch die Weltgeschichte der Mythen geistert? Auch ich hatte das in
meiner Kindheit und Jugend fraglos so hingenommen, obwohl mir manches
andere so "spanisch" vorkam, daß ich dann schließlich
(endlich) vor meinem 50 Geburtstag aus der Kirche ausgetreten bin.
Du siehst, ich habe dir , da ich keine website habe, drei meiner Gedichte
eingefügt, damit du ein bißchen über mich erfährst.
Ich habe fast immer geschrieben, aber nie die Energie gehabt, zusätzlich
zu meiner Brotarbeit so an den Texten zu arbeiten, wie es nötig
gewesen wäre. Erst jetzt nehme ich mir mit großer Freude
die Zeit dafür, würde auch gerne veröffentlichen, aber
es ist schwer, für diese "überflüssige" Kunst
Abnehmer, sprich einen Verlag zu finden.Es fällt mir schwer,
mich zu verkaufen, aber ich versuche es.
Ich habe damals Philosophie und Germanistik studiert, war ein paar
Jahre in der Erwachsenenbildung, dann in der Arbeitsverwaltung in
Berlin und war in den letzten 20 Jahren im Ministerium für Gesundheit
des Saarlandes unter anderem für die Prävention von AIDS
zuständig.
Mein (zweiter) Mann, Bernhard, hat zwei Kinder aus erste Ehe und gemeinsam
haben wir einen Florian, der bald 30 wird und mit dem mich eine schöne
Beziehung verbindet.
Bärbel lebt in Eutin, hat von ihren 3 Töchtern 8 Enkelkinder,
lebt mit Eberhard zusammen und beide sind mir sehr lieb. Bärbel
und ich versuchen, jedes Jahr eine Woche zu zweit zu verbringen, wir
wissen, wie kostbar es ist, daß es uns noch beide gibt.Ich habe
ihr von dir erzählt und sie hat mich um die mail-Adresse gebeten.Ihre
ist: eblindow@arcor.de
Georg lebt mit seiner zweiten Frau in Walsrode; er ist leider immer
noch im Pietismus zuhause, war von den Herrnhutern aus auch mit seiner
ersten Frau 5 Jahre in Kapstadt und weiß ( das scheint eine
Krankheit aller Fundamentalisten zu sein ) immer, was der richtige
Weg für die anderen Menschen ist. Klingt hart, ich liebe ihn
als meinen einzigen Bruder, aber dem gegenseitigen Verständnis
sind Grenzen gesetzt.
Du hast gemeint, ich hätte es nicht gebraucht, daß mir
jemand sagt, daß ich etwas wert sei?Bis heute ist mein Leben
bestimmt von meinem Vater, der mir , wie ich es am liebsten, weil
am deutlichsten, nenne, das Rückgrat gebrochen hat . Er hat es
fertig gebracht, mir jedes Selbstbewußtsein auszutreiben. Ganz
mühsam klaube ich mich aus den Scherben zusammen.
Mir scheint, das ist ein ganz anderes Leben als das deine; das macht
mich besonders neugierig auf dich; auch die Neugier ist etwas, was
ich erst spät entdeckt habe als etwas gutes: in meiner Kindheit
und Jugend war Neugier Sünde
Sent: Friday, August 07, 2009
Subject: Re: Rauchzeichen
Liebe Christa Rachel,
(mir fällt dabei ein, daß ich die Tochter, die ich nie
bekommen habe, immer Rachel nennen wollte. Ich weiß aber nicht
mehr, warum)
Danke für die schnelle Antwort; ich fahre morgen früh, also
am 8.8. nach München, komme am 15. wieder und bin dann die ganze
Woche bis zum 23.8. wieder hier in Saarbrücken. Ich bin bisher
noch sehr ungern in Internetcafe´s; in Vicroria, wo Bernhards
Tochter mit ihrer Familie lebt, müßte ich eigentlich mal
mails checken können, aber wir werden auch viel unterwegs sein.Wir
müssen uns aber nicht eilen, das Geschenk dieses neu gewonnenen
Kontaktes können wir vielleicht und hoffentlich noch ein Weilchen
pflegen und genießen.
"Rauchzeichen" kommt von den Indianern, denke ich: es ist
ein Rauch, den man auf`s Geradewohl in die Luft und die Welt schickt,
in der Hoffnung, daß diejenige, die es sehen soll, damit auch
erreicht wird - so jedenfalls benutze ich dies Wort und mag es sehr
gern.
Ich freue mich auch sehr auf Bernhards kleine Enkeltochter in Viktoria,
Luna Sophie, die im November 5 wird; im Mai konnten wir bei einem
Treffen in Berlin ihr Zutrauen gewinnen und ich kann sehr gut nachvollziehen,
was du über die Kreativität deiner Enkelin schreibst!
Ich habe die Reinschrift von "Alter" schon im Koffer für
die Reise morgen, aber die Fassung, die ich dir jetzt abschreibe,kommt
schon hin.Wie schön, daß dich meine Texte anrühren,
auch das ist kostbar!
2009/7/21 Hanne Liebe Christa,
ich bin die "kleine" Schwester deiner ehemaligen Freundin
Bärbel, ihr habt in Tübingen zusammen studiert. Vor ein
paar Tagen habe ich die Briefe wieder gelesen, die du mir geschrieben
hattest, von 59 an, ein kleines Päckchen Briefe, die doch so
kostbar und wichtig für mich waren. Schon früher habe ich
manchmal gedacht, wie und wo du leben magst, jetzt hat das Internet
dich gefunden, ich freue mich sehr darüber. Ich weiß nicht,
ob du nach einem langen, bestimmt spannenden Lebn noch weißt,
wie wichtig du für mich warst als jemand, die mir gesagt, geschrieben
hat, daß ich etwas wert bin -- das habe und werde ich nicht
vergessen.
Wenn du Zeit und Freude hast, mir zu antworten, würde mich das
sehr freuen. Auf den Bildern deiner homepage jedenfalls bist du mir
ziemlich vertraut mit deinen grauen Haaren, die noch ein bißchen
länger zu sein scheinen, als meine es sind. Ich grüße
dich, Hanne (Hannele, Hannchen)
Visiting Hannele (15) in her father's home in
the Black Forest
The family were refugees from the Eastern parts of Germany.
The mother died and Hannele, the youngest, had a hard time
to take care of her father and be oppressed by him, as she sees it
Their brother, Georg, also studied with us at Tuebingen in 1958,
and was in love with me for a time without ever talking about it..
|

Baerbel, my friend and roommate,
winter-semester 1958-59 Tuebingen
January 21, 2010 - Liebe Barbara!
Ach wie unmoeglich ist es, ueber Briefe
zu kommunizieren!
Ich habe doch Deinen Ausbruch nicht verarbeiten muessen!
Du hast mir doch damit - wenn auch erst viel spaeter,
als solches wieder und wieder passiert ist - sehr geholfen,
etwas zu verstehen, was als Theorie nicht nur nichts genuetzt haette,
sondern nicht einmal irgendwo nachzulesen ist.
Noch schlimmer ist Dein Missverstaendnis betreffs meiner Angst vor
Dir!
das war doch , um Himmels willen, kein Vorwurf!
Ich bin es doch, die Angst habe,
nicht Du, die Angst macht!
Ausserdem habe ich mich getaeuscht,
Hannele scheint jenen Brief und auch den vorigen so aufgenommen zu
haben,
wie Du den meinigen: als ob da Vorwuerfe waeren
anstatt das Blossstellen von dem, womit ich ringe!
Dass Du noch mit Eberhard verheiratet
bist!
Ich sehe ihn ganz genau vor mir, damals in Tuebingen!
Deine Geschiche mit der Langeweile ist
ein Beispiel,
wie wir uns einen "trigger" anziehen.
"A trigger comes to point out a hole in my wholeness, that now
wants to heal!"
Kann es sein, dass ich die Tuebinger Geschichte erwaehnen "musste",
damit Du , Du sehen kannst, wie Du damals von mir getriggert wurdest,
naemlich genau so wie jetzt durch meinen Brief nach 50 Jahren:
Es ist gut, dass Du Dir selber gesagt hast, ich haette es "nicht
so gemeint",
naemlich dass ich Deine Schwester gegen Dich ausspielen wollte.
als ob "meine Schwester also besser sein muss" als ich.
Dass Du dennoch "betruebt",
ja "veraergert", also getriggert warst,
dass triggert MICH
und zwar in dem was von dem abgrundtiefen Loch noch da ist,
das frueher sagte:
"ich bin nur da, um Leuten anstoessig zu sein,
ich haette nicht geboren werden duerfen"
Ich moechte nun Dir und Hannele glasklar
sagen,
dass ich nicht mehr bereit bin, andern Anstoss zu sein,
auch wenn manche dieses Wort (im Neuen Testament "skandalon")
nun im positiven Sinn verstehen wollen.
Wenn ich merke, dass mir diese Rolle zugeschoben wird,
und das wird sie dauernd,
denn die Menschen fliegen zu mir wie der Schmetterling zur Flamme,
dann ziehe ich mich zurueck
und warte bis die Zeit fuer eine er-fuellende Kommunikation reif sein
wird.
Dass dies Zeit kommt, das weiss ich genau.
Und dass die Menschen, die den Kontakt zu mir suchen,
mit mir etwas zu tun haben und ich mit ihnen,
das weiss ich ebenso genau.
Aber ich will nicht mehr vorsichtig sein muessen,
ich will mich nicht mehr klein machen muessen,
ich moechte nicht staendig die unmoegliche Akrobatik versuchen,
mein 20000 Volt auf 220 herunter transformieren zu muessen.
Nochmals zu dem Loch, in dem Du Dich
getriggert gefuehlt hast:
Jeder hat seinen Platz im puzzle,
und wenn auch nur das kleinste Teil fehlt, gibt es kein puzzle.
Die alten Rabbinen haben das in sehr schoene Gleichnisse gekleidet.
Vielleicht lest Ihr mal die beiden
Mottos zu dem Buch,
das ich im Brief an Hanne erwaehnt habe:
Das Lied, (klickt die Spirale ganz oben) ,das ich erst 2008 gemacht
habe,
und das Mika (4), das juengste meiner 10 Enkel,
am Laubhuettenfest im Kindergarten vorgesungen hat,
natuerlich mit ihrem Abba als Guitarist,
endet mit dem Gleichnis: "wenn es keine Blaetter gaebe, gaebe
es keine Trauben".
Es kann also niemand besser sein als
jemand andres!!!!
Ich lege Dir den Brief an Hanne bei,
so wie ich diesen Brief an Dich dem an Hanne beilege.
Ich hoffe, Ihr koennt Euch gegenseitig helfen,
Euch mit der ehemaligen Freundin auseinanderzusetzen
und zu einer Entscheidung fuer JETZT zu kommen.
Christa-Rachel
Bei Johannes in der sonst so boesen Kreuzigungsgeschichte
(die das Selbstopfer zum hoechsten Wert erhebt,
und dann muss man sich nicht wundern,
dass Millionen von Juden als Rache fuer dieses Oper geopfert wurden
und dass bis heute fast die gesamte Menschheit sich taeglich zum Opfer
macht),
also dort gibt es dennoch einen schoenen Satz:
"Ich habe der keinen verloren, die du mir gegeben hast!"
Das sage ich so oft, wenn wieder mal jemand "verloren geht"/
2010/1/20
Liebe Christa,
endlich eine Nachricht an dich!
Das Neuste ganz kurz, es ist schlecht
und dann gut:
Eberhard, mein Mann, ist vor zwei Wochen
wegen eines Darmverschlusses notoperiert worden
und inzwischen auf dem Weg der Besserung.
Dies so ganz kurz.
Wir haben tiefen Winter,
unser Grundstück hat ein ansteigende Auffahrt mit Kurve,
so dass ich jeden Tag fast eine Stunde lang Schnee schippen muss,
um mit dem Auto wegfahren zu können,
auch um Eberhard besuchen zu können.
So viel Schnee haben ich mein Leben lang nicht geschippt -
E. macht es ja sonst, wenn wir alle zehn Jahre mal Schnee haben.
Zu deinem ersten Brief, in dem du erschrocken
warst,
mir so viel von dir mitgetielt zu haben.
Das kann ich sehr gut verstehen,
dass einmal Erlebtes mit Vehemenz sich Ausdruck verschafft
und eine/n selbst überrumpelt.
Ich habe vor vielen Jahren E. mal Vorwürfe gemacht,
weil er als Schüler aus Langeweile in der Hauptstraße spazieren
ging.
Er wusste natürlich nicht,
was mit seiner völlig abgedrehten Frau los war,
ich wusste es auch nicht,
habe aber inzwischen begriffen,
dass er etwas hatte leben können,
was für mich als Schülerin unvorstellbat gewesen ist,
nämlich Zeit für langewele zu haben.
Wegen eines mich ähnlich überraschenden
Ausbruchs
unbewusster Erinnerungen
hat eine Studienfreundin (und ihr Mann)
mich von dem Kontakt zu ihnen
(durch ihren Mann über meinen Mann!!) ausschließen lassen
- und siehe, ich habe diese Abtrennung
sehr gut für mich verarbeitet.
Aber das muss uns beiden nicht passieren.
Betrüblich, ja ärgerlich
in deinem ersten Brief fand ich,
dass du mir sozusagen vorgeworfen hast,
dass du vor mir Angst haben musst
und meine Schwester also besser sein muss,
weil du vor ihr keine Angst hast.
Ich schätze Hanne sehr
und will nicht gegen sie ausgespielt werden.
Höchstwahrscheinlich hast du es gar nicht so gemeint.
Dank für deine Postadresse - nun
bin ich doch am PC gelandet.
Sei vielmals gegrüßt von
Barbara

Baerbel with her brother's friend,
Tuebingen, summer 1958
2009_12_14 Liebe Barbara/Baerbel,
also wie nennst Du Dich jetzt?
Ich heisse ja Rachel,
oder mit dem Namen im Pass: Christa-Rachel Bat-Adam.
Letzteres heisst "Tochter des Menschen", also "Menschin".
Es ist nicht etwa gleich "Eva",
obwohl ich - erst vor einigen Jahren - begriff ,
dass ich, als ich 1981,nach der offiziellen Scheidung im Rabbinat
unmittelbar zum Innenministerium lief
und statt "Rosenzweig" "Bat-Adam" eintragen liess,
eigentlich meinen Namen Eva (getauft: Christa-Maria-Eva) habe auferstehen
lassen.
Aber Bat-Adam gehoert zur ersten, nicht zur zweiten Schoepfungsgeschichte,
In der ersten - vom Blickpunkt von dem "Gott" alles gleichzeitig
sah -
wurden "Ha-Adam", also der Mensch, "maennlich und weiblich"
geschaffen.
So , da hast du eine Probe... und kannst nun entscheiden,
ob Du wirklich mit mir in Kontakt kommen moechtest.
Mein allerstaerkstes Erlebnis mit dir ist ein Aufschrei von Dir,
damals als wir gemeinsam ein Zimmer bewohnten:
"Immer hast du alle Ideen!"
Was ich erst viel spaeter begriffen habe,
als mein Mann - 1978 oder 79 - ebenso aufschrie:
Es war, als wir die sog. Hagada,
naemlich die Pesach-liturgie oder -geschichte am Familientisch lasen,
und er ploetzlich aufweinte:
"Nun hast du mir auch noch das letzte genommen, was ich gemacht
habe."
In den 12-13 Jahren vorher hatte er die Hagada gestaltet,
es war mir aber nicht genau genug unsrem Verstaendnis entsprechend
und so arbeitete ich wochenlang an einer uns,
wirklich Uns entsprechenden Version.
Dieser "Code" Baerbel Huber-Rafael
Rosenzweig
war und ist eines der schmerzlichsten Erfahrungen in meinem Leben,
welche sich natuerlich hunderte von Malen wiederholt hat.
Es war schliesslich der Grund, dass ich gegangen bin von Rafael.
"He feels invalidated by your very presence",
hatte eine weise Frau nach einer halben Stunde mit uns zusammen gesagt.
Dass die Liebe nicht alles
und vor allem nicht die Ungleichheit in der Selbstachtung
- ueberwindet,
das ist - im Persoenlichen, wie im Nationalen
- das Entsetzliche, was ich habe lernen und akzeptieren muessen,
da hat nichts und gar nichts von allem,
was ich von Menschen und Buechern und Internet gelernt habe,
helfen koennen.
Ich bin schockiert, wieviel ich Dir da jetzt von mir
serviert habe!
Dabei hatte ich ganz andre Plaene fuer die jetzige Stunde am jetzigen
Tag.
Nimm es als meinen eigenen Schrei
- der auch besagt: ich fuerchte mich vor Dir, Baerbel!
Ich bin nicht mehr in Verbindung mit auch nur irgendeinem
Menschen,
der sagen koennte:
"Du hast immer alle Ideen und was bleibt da fuer mich uebrig?"
und damit meint:
"wir sind nicht gleich
und in deiner Gegenwart kann ich mich selber nicht lieben.
wo doch meine Berufung grade die ist,
die sich im zweiten Vers eines kleinen Liedchens ausdrueckt,
das sich neulich zu der beruehmten Melodie aus der Oper Carmen
geformt hat - auf englisch!
"I, I would like to be like rains,
to melt away all people's chains
so they may free and love themselves
and feel and love and dance like elves."
Wie pathetisch! Wie tragisch sogar!
Aber ich bin es ja,
die mir mein Drama im Ganzen und im Einzelnen selber inszeniert.
So, ich schicke diesen Brief auch an Deine Schwester,
vor der ich keine Angst habe.
Vielleicht kann sie meinen Schrei etwas maessigen
und fuer Dich zumindest ertraeglich machen!
2009/12/10
Liebe Christa, das war heute eine Überraschung!
Wie schön, eine Nachricht von der "alten" Christa zu
bekommen
- vielen Dank!
Nein, geschrieben hatte ich dir nicht (deine Postadresse habe ich
nicht),
nur eine E-mail geschickt,
als Hanne wohl im Sommer deine E-mail-Adresse ausfindig gemacht hatte.
Eine E-Mail als Probe - das ist eine gute Idee!
- Ich wünsche dir eine gute Advents- und Weihnachtszeit,
ohne zu wissen, in welcher Zeitstruktur du lebst.
Heute nur so viel, demnächst (nach Weihnachten?) mehr.
Ich freue mich auf dich!
Liebe Grüße von deiner alten Barbara/ Bärbel

We had great fun with "Stochern"
in the Neckar-river of Tuebingen.
In fact, that summer-semester
was the only time of my 6 years study
which I enjoyed like other young people...

The answers from both
women expressed,
how triggered they were,
of course without admitting this
but blaming me instead.
Barbara, once my friend,
said clearly that there, indeed, was no way
to go on with any communication:
Her sister seems to leave an opening,
but I feel, that whatever I would say,
would trigger her more.
I, therefore, moved my pain and my shame
about having - once again - wounded a person, whom I loved, and decided
to bear the blame and the shame and - let go, hoping for a future
encounter,
when each of us will know who we are
and that we are never victims to each other...
Hannele, February 4
Liebe Rachel,
ich antworte dir noch auf deine mail : schade, sehr schade, daß
die kurze Geschichte des Wiederfindens so schnell und auf diese Weise
endet.
"Resonanzboden" : genau das war es, was ich
suchte, als ich dich im Internet suchte; aber natürlich nicht
als Einbahnstraße, sondern schon mit der Vorstellung, so etwas
auch für dich sein zu können; ein Austausch auf Augenhöhe,
denn auch ich bin ja nun eine alte Frau, nicht mehr das kleine Mädchen,
und ich habe überlebt und dabei viel gelernt und dachte schon,
das könnten Erfahrungen sein, die es wert sind, geteilt zu werden.
Aber wenn du meinst, für Kommunikation zwischen uns sei es zu
früh, wenn du meinst, du müßtest mir erst die "Hausaufgabe"
des dich Kennenlernens aus deiner website aufgeben, dann eben nicht.
Ich hatte im Sinn, einfach zu schauen (konkret und per mails vor allem)
wie du lebst und vielleicht ein Stückchen der letzten Wegstrecke
auf einander bezogen zu gehen. Schließlich warst du die, die
mir "Die Briefe an einen jungen Dichter" empfohlen hat und
die, die mich ermutigt hat zu meinem Weg, als es aussah, als gäbe
es keinen.Ich habe dir den großen Schmerz meines Lebens anvertraut
und verstehe nicht, wie du aus irgend etwas folgern kannst, du habest
mich getriggert. Ich sehe mein Leben sehr gut vor mir, ich weiß,
daß nicht ich selber mir mein Rückrat gebrochen habe und
daß ich gute Arbeit geleistet habe, mit ihm zu überleben
und mein Leben zu gestalten. Das ändert aber nichts daran, daß
ich in "Klarheit und Wahrheit" weiß, schreibe und
sage, wer mich zerstört hat, wer mich um die Früchte meiner
Anlagen gebracht hat - daß ich darüber hinausgewachsen
bin, das ist eine Leistung und ein Geschenk, die ich sehe. Nein, ich
habe mir meine Dramen nicht selber inszeniert, jedenfalls nicht die
Ursprungstragödie.
Nein, du hast mich nicht getriggert, die langen Pausen
zwischen meinen mails gehen, abgesehen von Reisen (ohne laptop) und
Todesfall, einfach darauf zurück, daß ich nicht allein
lebe, sondern meinen Alltag teile mit einem Mann,der viel Zeit braucht,
daß ich vieles tue und daß ich mails an dich mit Ruhe
schreiben wollte.Du erinnerst dich, daß ich schon ziemlich schnell
vorgeschlagen hatte, daß wir uns treffen - ich habe das getan,
weil ich eher ein Gespür für einen Menschen bekomme, wenn
ich ihn/sie leibhaftig vor mir habe.
Du schreibst, von dir aus gesehn "sei ich geliebt..."
:Lieben ist für mich annehmen und zugleich frei lassen : das
bringe ich mit deiner mail nicht so recht zusammen, glaube aber schon,
daß du meinst, was du schreibst.
Dann bleibt mir wohl nur noch, dir ein weiterhin gutes Leben mit deinen
Kindern, Enkelkindern und deiner Arbeit zu wünschen; es macht
mich traurig, ja,
leb wohl,
Hanne

Hannele came to visit us, Baerbel and me,
at Tuebingen
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